Album der Woche Mit Bryan Adams gibt’s jetzt was auf die Zwölf

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Beim wilden Heavy-Metal-Intro zu "Roll With The Punches" möchte man sich am liebsten irgendwo festhalten. Doch keine Sorge, Bryan Adams weiß, was er da tut.

Cover: Brayan Adams, Roll With The Punches, 2025, Bad
Bild: Bad Records
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Cover: Brayan Adams, Roll With The Punches, 2025, Bad

So klingt "Roll With The Punches" von Bryan Adams

Beim wilden Heavy-Metal-Intro zu "Roll With The Punches" möchte man sich am liebsten irgendwo festhalten. Doch keine Sorge, Bryan Adams weiß, was er da tut.

Bild: Bad Records
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Gewinnen Sie das Album "Roll With The Punches" von Bryan Adams

Eigentlich müsste es ja heißen: Es gibt was auf die 17, denn das am 29. August veröffentlichte "Roll With The Punches" ist das nunmehr 17. Studioalbum nach Angaben des kanadischen Rockstars. Es ist ganz klar ein Rock-Statement, doch legt Bryan Adams die Boxhandschuhe auch einmal zur Seite und hat ein paar Streicheleinheiten parat. So kennt man den 65-jährigen Meister geradliniger Rocksongs.

Wenn man ausgeknockt worden ist, klopft man sich eben den Staub ab und macht einfach weiter.

Bryan Adams

Mit dem Albumtitel "Roll With The Punches" nimmt der auch als Fotograf sehr erfolgreiche Künstler Bezug auf die Herausforderungen des Lebens. Man müsse sich den Widrigkeiten stellen und – sollte man einmal zu Boden gehen – immer wieder aufstehen und weitermachen, ist Adams überzeugt. Der auf dem von ihm selbst gestalteten Plattencover vor dem grauen Himmel im ostdeutschen Nirgendwo schwebende überdimensionale silberne Boxhandschuh scheint das perfekte Symbol für diese Haltung zu sein. So perfekt, dass Bryan Adams solch ein glänzendes Ungetüm während seiner aktuellen Shows über den Köpfen seines Publikums kreisen lässt.

Der Anstoß zu diesem Album war dann auch, dass man sich aufrappelt und sich an etwas Neues gewöhnt, was in meinem Fall die Existenz als unabhängiger Künstler war, der mit einem eigenen Label an den Start geht und sich selbst managt.

Bryan Adams
Bryan Adams auf einer Bühne
Anfang September spielte Bryan Adams in Chelmsford, England. Bild: Imago | Capital Pictures

Mit dem eigenen 17. Album noch etwas komplett Neues anzustoßen, ist nicht unbedingt Standard. Doch Bryan Adams hat genau dies getan. Zwar nicht auf musikalischer Ebene, jedoch auf der unternehmerischen. Er, der mit 18 seinen ersten Plattenvertrag unterschrieben hat, klopft sich quasi den Staub der Bindung an eine Plattenfirma ab und geht auf eigene Rechnung mit einem eigenen Label an den Start. "Bad Records" hat er dieses genannt. Nicht, weil er schlechte Musik vermarkten möchte, sondern weil sein Spitzname zu High-School-Zeiten "Badams" gewesen ist. Seitdem spiele er mit dem Wort "bad", erzählt Adams. Sein Newsletter heiße daher "Bad News" und seine Verlagsgesellschaft "Badams Music". Der Name "Bad Records" habe also auf der Hand gelegen und gebe der Musik, die er in absehbarer Zukunft machen werde, ein Zuhause.

Es sind gerade interessante Zeiten und ich genieße diese Gelegenheit, die sich quasi aus dem Nichts für mich aufgetan hat.

Bryan Adams

Der Musikstar mit dem wie mit dem Lineal gezogenen Seitenscheitel vergleicht sein Label mit einer Boutique, einer kleinen, aber feinen Nische. Er habe sich die Angebotslage genau angeschaut und sei dann zu dem Schluss gekommen, dass die Fortsetzung seiner Bindung an ein Major Label einfach keinen Sinn mehr gemacht habe, erklärt Adams. Dass er jedoch die Marketing-Mechanismen des Musikbusiness verinnerlicht hat, beweist Bryan Adams dadurch, dass er neben "Roll With The Punches" in der Deluxe-Box noch eine Bonus-CD namens "Tough Town" mit zehn weiteren Songs herausbringt. Die Herausforderungen als Selbstvermarkter jedenfalls scheint er mit jeder Faser zu genießen, spricht von interessanten Zeiten und einer Gelegenheit, die sich für ihn aus dem Nichts aufgetan habe.

Dieses Album spiegelt genau wider, was ich empfunden habe. Es verkörpert viele der Erfahrungen, die ich in den letzten paar Jahren gemacht habe.

Bryan Adams

Es tut gut, einmal wieder ein schlichtes, klares, teils auch unmissverständlich lautes Album zu hören. "Roll With The Punches" ist professionell durchstrukturiert und Bryan Adams zieht all die bewährten Register seines Könnens. Er überrascht nicht, sondern zeigt schlicht und einfach, dass er es mit 65 immer noch draufhat und das Musikgeschäft aus dem Effeff kennt. Darüber hinaus unterzieht der kanadische Rockprofi seine neuen Songs einem Live-Test. Denn nur, was auf der Bühne funktioniere, käme auch auf seinem Album gut an, ist er überzeugt. Innerhalb von Sekunden würde ihm bei Live-Auftritten klar werden, was ihm bei der Arbeit im Studio durchgerutscht sei, ob Tempo und Tonart korrekt seien. Es könne auch vorkommen, dass auf der Bühne urplötzlich etwas passiere, was einen Song entscheidend verändere. So geschehen bei "Make Up Your Mind", welches Adams nach dem Stresstest vor Publikum in einer schnelleren Version auf sein aktuelles Album gebracht hat. Das sei eben die Magie, wenn man seine Musik mit einer Live-Band spiele, versucht er diese Phänomene zu erklären. Auf "Roll With The Punches" sind die Empfindungen und Erfahrungen, die Bryan Adams in letzter Zeit gemacht hat, in eine präzise, rockige Form gegossen worden.

Es gibt immer einen Grund zu der Annahme, dass Musik die Welt verändern kann – wenn man ihr denn zuhört.

Bryan Adams

Bryan Adams hat einen Traum. Er ist beileibe nicht der schlichte Rockarbeiter, der einfach nur abliefert, sondern macht sich seine Gedanken über das menschliche Miteinander, das auch er zurzeit in einer Schieflage sieht. Mit dem geradlinigen, kantigen "A Little More Understanding", welches auf einem coolen Gitarren-Riff im Stil von Keith Richards abläuft, macht er genau dies zum Thema. Wir würden uns gegenseitig nicht so wahrnehmen, wie wir wirklich sind, ist er überzeugt. Dass wir aber genau das tun sollten, sei sein persönlicher Traum. Man müsse immer beide Seiten einer Geschichte sehen und es könne nicht schaden, sich auch einmal in die Lage des jeweils anderen zu versetzen. Miteinander zu sprechen sei jedenfalls erst einmal ein guter Beginn. Und wenn man ihr zuhöre, dann könne auch Musik die Welt verändern, lautet die Botschaft des sozial äußerst engagierten Künstlers, der mit der "Bryan Adams Foundation" unter dem Eindruck der Tsunami-Katastrophe an den Küsten des Indischen Ozeans im Jahr 2004 eine eigene Stiftung gegründet hat.

Bryan Adams auf der Bühne mit Gitarre vor einem Klavier
Bryan Adams auf der Bühne in Pompei. Bild: Imago | SOPA Images

Was Musik wirklich interessant macht, ist die Tatsache, dass die Leute sich in den Texten und Melodien wiederfinden können. Genau das hat mich zur Musik gebracht.

Bryan Adams

Die auf "Roll With The Punches" versammelten Songs erschließen sich schnell und unkompliziert. Überflüssige Ornamentik ist nicht die Sache von Bryan Adams, der hier sein eigener Produzent ist. Zum dichten Sound zwischen knüppelhart und ruppig-sanft haben sein langjähriger Songwriting-Partner Jim Vallance und der südafrikanische Musikproduzent Robert John "Mutt" Lange, mit dem Adams auch schon eine halbe Ewigkeit zusammenarbeitet, beigetragen. Aber der 1998 mit der höchsten Auszeichnung seines Heimatlandes als "Officer of the Order of Canada" geehrte Songwriter hat seine Augen auch auf jüngere Kollegen gerichtet. Unter ihnen ist seiner Meinung nach die Fähigkeit, in Songtexten einfach die Wahrheit auszusprechen, viel verbreiteter als in seiner Generation. Diejenigen, die sich seine Songs anhören, müssten sich aber ebenso darin wiederfinden können. Gute Songs sollten nämlich das ausdrücken, was man als Zuhörer selbst nicht artikulieren kann. Diesen hohen Anspruch an die Kunst des Songwritings versucht Adams einzulösen – direkt, schnörkellos und mit möglichst schlichten Melodien. Seinem Stil bleibt er weitgehend treu, egal, ob es sich um das druckvolle, kurze "Be the Reason" handelt oder die von einem Mundharmonikasolo eigeleitete Rockballade "Love Is Stronger Than Hate". Die besondere Kunst des Songwritings, für welches Bryan Adams steht, ist, Musik zu schreiben, die einerseits vertraut wirkt, andererseits den Eindruck vermeidet, schlichte Wiederholung von bereits Gesagtem und Vertontem zu sein.

Das ist für mich eine der schönen Seiten des Lebens, dass man immer wieder Neues entdeckt.

Bryan Adams

Das Leben ist eine Achterbahnfahrt, diese Botschaft zumindest könnte das Jahrmarkts-Video zur Single "Never Ever Let You Go" vermitteln. Doch die strahlenden Gesichter von Bryan Adams und seiner jubelnden Begleiterin in der Gondel, der Schauspielerin Elisabeth Hurley, signalisieren eher ein: Feier das Leben!

Denn für den nunmehr auf ganzer Linie auch zum Unternehmer gewordenen Künstler Adams gehört zu den schönen Seiten des Lebens, dass es immer wieder Neues zu entdecken gibt. So geschieht es auch auf "Roll With The Punches": Was mit einem mehr als knallharten Intro beginnt, nimmt ein versöhnliches Ende mit der Rockballade "Will We Ever Be Friends Again". Bryan Adams, dieser mit allen Wassern gewaschene Rockstar, hat schon immer auch seine weiche Seite in seinen Songs ausgelebt. Da muss man sich nirgendwo mehr festhalten, man könnte sich einfach gegenseitig in den Arm nehmen.

Bryan Adams "Roll With The Punches"
Bad Records
EAN: 9705250189338
VÖ: 29.08.2025

Gewinnen Sie das Album "Roll With The Punches" von Bryan Adams

Das Gewinnspiel endet am 21. September 2025.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 15. September 2025, 14:40 Uhr

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