Auf ein Wort Was uns Caravaggio im Bild zeigen will
Stand: 7. Juni 2026.
Was uns Caravaggio im Bild zeigen will
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Ein Gemälde des Barockmalers Caravaggio in der Kirche San Luigi in Rom hat Propst Bernhard Stecker fasziniert. Es zeigt, wie Jesus den Zöllner Matthäus anspricht und ihn aufrichtet.
Neulich war ich wieder für ein paar Tage in Rom. Und da zieht es mich immer wieder in eine ganz bestimmte Kirche: San Luigi, die französische Nationalkirche mitten in der Altstadt. Ganz vorne links in einer Seitenkapelle hängt ein großes Bild von Caravaggio, dem Meister des frühen Barocks, auf dessen Bildern Licht und Dunkelheit eine so große Rolle spielen.
Dargestellt ist die Berufung des Matthäus durch Jesus. Matthäus war Zöllner, Steuereintreiber, Betrüger. So sieht man auf dem Bild Matthäus auch da sitzen, vornübergebeugt, ganz konzentriert auf das Geld, das vor ihm liegt.
Solche Menschen können einem auch heute begegnen. Die nur fixiert sind auf den eigenen Gewinn und nicht links und nicht rechts schauen. Die keinen Blick mehr für die Umgebung haben, ganz in sich verschlossen, die Menschen spielen keine Rolle. Frei und glücklich sind sie meist nicht. Sondern wie gefangen von dem Schatz, den sie zu besitzen meinen, der aber vermutlich eher sie besitzt.
Jesus nimmt das wahr. Aber er schimpft nicht, droht auch nicht oder zieht ihn einfach weg. Sondern er richtet ihn auf. So stellt es Caravaggio dar. Indem er ihn ansieht, anspricht, ruft und seine Hand nach ihm ausstreckt, richtet sich sein Kopf auf. Eine zauberhafte Begegnung im wahrsten Sinn des Wortes. Weil er sich aufrichtet und seinen Kopf hebt, verändert sich dieser Matthäus.
Und doch bleibt auch vieles im Dunkeln in dieser Szene. Das ist ja gerade die Meisterschaft Caravaggios: dass er nicht alles erklärt und in grelles Licht taucht, sondern viele Schatten bleiben. Hier geht es nicht um Belehrung. Hier geht es darum, dass sich etwas in mir verändern kann, wenn ich mich aufrichten lasse und mich aus meiner Verschlossenheit löse. Jesu Wort hat die Kraft dazu.
Nächstes Mal, wenn ich mal wieder in Rom bin, werde ich wohl wieder nach San Luigi gehen. Ich möchte mich ansprechen und aufrichten lassen durch Jesu Wort und Botschaft.