Auf ein Wort Freie Tage
Stand: 3. Mai 2026.
Freie Tage
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- Verfügbar bis: 2. Mai 2028 Informationen zur Verweildauer
Langes Wochenende – endlich durchatmen. Doch wie steht es um unsere Arbeitswelt? Pastorin Sabine Kurth fragt, ob Wachstum wichtiger ist als Gesundheit – und erinnert daran, dass der Mensch auch Ruhe braucht.
Langes Wochenende – wunderbar! Der 1. Mai machte es möglich. Einer der wenigen Feiertage, die keinen christlichen Bezug haben. Sogar eine Pastorin kann diese Tage in vollen Zügen genießen.
Am Freitag gab es wieder Kundgebungen zum Tag der Arbeit – längst nicht mehr so gut besucht wie vor zwanzig oder dreißig Jahren. Warum eigentlich? Die Forderungen der Gewerkschaften sind nach wie vor berechtigt.
Das Motto des DGB in diesem Jahr: "Erst unsere Jobs, dann eure Profite". Die Arbeitsverdichtung und das Pensum vieler Arbeitnehmenden ist sehr groß. Immer mehr Arbeit für gleiches Gehalt. Forderungen nach längeren Arbeitszeiten, späterem Renteneintritt und dem Abbau von Zulagen werden von Unternehmern und Politik immer lauter. Nur so kann unsere Wirtschaft wachsen, heißt es. Nur wenn die Firmen Profit erwirtschaften, geht es Deutschland gut.
Das kann sein. Doch geht es den Menschen, die die Gewinne erarbeiten, noch gut?
Ich finde, das muss man vielerorts hinterfragen: Krankenstände sind hoch, Belastungsgrenzen werden immer schneller erreicht – körperlich, vor allem aber psychisch.
Wenn ich auf mein Umfeld schaue, sehe ich keine Faulpelze – entgegen der These des Kanzlers. Wo früher fünf gearbeitet haben, müssen heute drei mehr leisten, in gleicher Zeit und unter höherem Druck. Kein Wunder, dass Menschen krank werden. Da stellt sich die Frage, auf wessen Kosten unser Wirtschaftswunder geht.
Oh, jetzt wird die Pastorin politisch – so mögen manche denken. Doch ich stehe damit ganz im Einklang mit der Bibel: Arbeit gehört dazu, aber ebenso Zeiten der Ruhe für uns und unsere Nächsten. Körper und Seele brauchen Erholung – der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Möge das lange Wochenende vielen die Chance geben, zur Ruhe zu kommen und das Leben zu genießen.