Die größten Alben aller Zeiten Was für ein Comeback: Johnny Cash und seine "American Recordings"
Stand: 26. Februar 2026.
Mitte der 90er Jahre war Johnny Cash ein fast vergessener Country-Star. Doch dann erlebte er mit seinen "American Recordings" ein triumphales Comeback.
Darum ist "American Recordings" eines der größten Alben aller Zeiten
Das muss man sich mal vorstellen: Ausgerechnet ein Hip-Hop-Produzent trifft eine Country-Legende und verhilft dieser zu einem sagenhaften Comeback. Sowas passiert doch eigentlich nur im Film. Und das Anfang der 90er Jahre, als kaum noch jemand die Musik von Johnny Cash hören wollte.
Und Rubin lässt Cash einfach machen. Nur er, seine Gitarre und sein markanter Bariton. In seiner Blockhütte und in Rubins Wohnzimmer entstehen Songs, die düster und schonungslos klingen. Cash covert Stücke von Leonard Cohen, Tom Waits und Kris Kristofferson. Er singt alles mit Inbrunst und Überzeugung – auch auf den folgenden Alben. Johnny Cash macht sich Songs von Depeche Mode oder U2 so zu eigen, dass man meint, es seien seine eigenen.
Mit den "American Recordings" gewann der Mann in schwarz eine ganz neue, junge Fangemeinde. Die, die sonst Grunge oder Alternative Rock hörten, kauften plötzlich Cash. Und den kannten sie höchstens aus der Plattensammlung ihrer Eltern.
Gut zu wissen
Die erste Single-Auskopplung des Albums war der Song "Delia’s Gone". Wer sich das dazugehörige Musikvideo anschaut, dürfte nicht schlecht staunen. An der Seite von Johnny Cash: Supermodel Kate Moss! Sie übernimmt in dem Schwarz-Weiß-Clip die Rolle der "Delia" und wird in dem Video von Cash getötet und anschließend begraben.
Die Idee zu dem düsteren Video hatte der niederländische Fotograf und Regisseur Anton Corbijn. Er soll vorgeschlagen haben, Kate Moss für die Rolle zu engagieren. Corbijn war damals schon eine feste Größe in der Musikvideo-Szene.
Eine der unheimlichsten Szenen in "Delia’s Gone" zeigt, wie Kate Moss im Grab liegt und Johnny Cash Erde über sie streut. In einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" erinnerte sich Corbijn daran, dass er unter einer dicken Glasscheibe im Grab lag, während Cash das Loch mit Sand zuschippte. Als alle Aufnahmen fertig waren, habe Cash aber gar nicht ans Aufhören gedacht. "Oh, ich habe gerade Gefallen daran gefunden", sagte er stattdessen. Corbijn: "Johnny Cash hat mich begraben - wer kann das schon von sich behaupten?"
Die größten Alben aller Zeiten: Johnny Cash – American recordings
Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Vormittag, 26. Februar 2026, 11:40 Uhr